Gehirnfunktionen, freier Wille und Gesundheit

Das Verhalten des Menschen wird überwiegend subjektiv unbewußt gesteuert. Sämtliches Verhalten wird nahezu aus einem hochkomplexen unbewußten Erinnerungsspeicher mit eingeübten Reaktionsmustern gesteuert. Der einzelne Mensch kann nur aus dem Kontext seiner Innenwelt - seiner einzigartigen subjektiven Welt, seiner individuellen Wirklichkeit - heraus, auf den Kontext seiner Umgebung und den daraus für ihn „notwendigen“ Interaktionen, reagieren. Selbst seine angestrebten „Ziele“ und damit seine subjektive Handlungsfreiheit sind nur in Wechselwirkung mit seiner Umgebung möglich und damit zugleich auch rückgekoppelt auf seine „innere Abbildung der äußeren Welt“. Von daher ist es leicht nachvollziehbar, daß jeder Mensch sein „System“ im stabilen Gleichgewicht zu halten versucht und dieses allerdings häufig nur durch „massives Einbrechen der Wirklichkeit“ über sog. Schicksalsschläge oder Krankheiten störbar wird. Krankheiten sind somit immer sichtbarer Ausdruck eines individuellen Ungleichgewichts und immer auch ein Ergebnis aus dem Kontext all seiner Erfahrungen. Diese Erfahrungen sind in der Summe als neuronale Matrix im Gehirn komplex verankert und bestimmen auch rückgekoppelt mit der Wahrnehmung der Welt im „Außen“ sein Verhalten: Krankheiten beinhalten daher häufig stabile Wahrnehmungs- und Bewußtseinsschleifen, die wiederum diese Krankheit stabilisieren. Nur durch eine grundlegende Neuorganisation aller beteiligten relevanten Informationen, die alle wieder neuronal abgespeichert sind, kann Heilung und damit ein neues gesundes Gleichgewicht erreicht werden. Wissen über Zusammenhänge oder sogar tiefergehendes Bewußtsein sind für Heilungsvorgänge meistens nicht ausreichend, die neuronale Matrix mit allen relevanten Ankerungen muß berücksichtigt werden. Dies kann nur synergetisch - im Zusammenhang mit dem größeren Kontext - durch einen Selbstorganisationsprozeß erreicht werden.

Benjamin Libet von der Universität of California untersuchte die „freie Willensentscheidung“. Er entwickelte ein Meßverfahren, um sog. Bereitschaftspotentiale im Gehirn seiner Versuchspersonen zu messen, wie sie stets kurz vor Willkür-Bewegungen auftreten. Er stellte fest, daß diese Potentiale jeweils etwa eine halbe Sekunde vor einer willkürlichen Handbewegung zu beobachten sind. Aber erst zwei Zentelsekunden vor dieser Bewegung wurden sich die Versuchspersonen überhaupt erst bewußt, daß sie diese Bewegung ausführen wollen. Offenbar hatte das Gehirn schon vorbewußt entschieden, was getan werden sollte, und dem Bewußtsein gerade eben noch genügend Zeit gelassen, sein Veto einzulegen und die Bewegung im letzten Moment noch zu stoppen. (Klivington, K.A.: Gehirn und Geist. Heidelberg 1992).
In der Synergetik Therapie ist es immer wieder überraschend für den Klienten, wahrzunehmen, wie stetig das Gehirn seinen Informationsfluß „anbietet“, der Klient nur die Freiheit hat, „Nein“ zu sagen und es wieder zu verdrängen oder das entsprechend angebotene Material mit seinem Bewußtsein zu konfrontieren und es unter Anleitung neu zu gestalten und abzuändern. Alle Informationen fließen immer in einem häufig „unsichtbaren sinnvollen Kontext“ - in einer psychischen komplexen Struktur - in Form von neuronalen Energiebildern. Wird die darin enthaltende Spannung entladen, gibt es Rückkopplungseffekte auf andere Energiestrukturen und Selbstorganisation. Erst danach ist „echte innere Freiheit“ möglich, einhergehend mit Kreativitätserhöhung und Bewußtseinserweiterung. Dies führt automatisch zu neuem Verhalten und ist mit einer erweiterten Handlungsfähigkeit in der „Außenwelt gekoppelt, was wiederum als Rückkopplung, als neue Erfahrung in die Innenwelt eingebettet wird. Sind alle Spannungsbilder abgeflossen - entspannt - , verändert sich die Innenwelt zu mehr Detailreichtum, Lebendigkeit und Harmonie, was wiederum positiv gleichzeitig auf die Körperfunktionen wirkt. Das Immunsystem stärkt sich und eine Symptomauflösung geschieht.

Das Gehirn arbeitet überwiegend in Bildern

Jede Informationsstruktur liegt auch als innere Bildstruktur vor. Alle Informationen bilden innere psychische Muster, die wiederum auf die Körperebene zurückwirken. Schlüsselt man diese Energiebildstruktur auf und verändert relevante Stellen, so wird auch der relevante Code geändert. Im unteren Beispiel ist ein Zahlencode in Bilderfolgen umgesetzt worden, um besser merkbar zu bleiben. Das Gehirn denkt in Bildern. Ändert man die Bilder, ändert sich der Zahlencode: Man muß die inneren Bilder nur kreativ möglichst „unsinnig“ abändern. Diese Freiheit hat jeder Klient, denn die inneren Bilder sind ja „nur“ neuronale Feuerungen.

 

Vor einigen Jahren wurde ein „Erinnerungskünstler“ in WETTEN DASS...? vorgestellt, der vorgab, innerhalb einer kurzen Zeit eine sehr große Zahl von mehr als 1000 Ziffern auswendig lernen zu können und sie fehlerfrei - in der richtigen Reihenfolge - wiederholen wollte. Er bekam großen Beifall, denn es gelang ihm. Er hatte zu Hause - in mehrmonatigem Training - allen dreistelligen Zahlen von 100 bis 999 jeweils ein markantes Bild zugeordnet. Dies war seine verinnerlichte Struktur. Z.B. entstand bei der Zahl 375 das Bild eines Eises in ihm, bei der Zahl 662 hatte er sich einen farbigen Ballon eingeprägt usw. Nun übersetzte er die Zahlen während der „Lernphase“ in WETTEN DASS..? in Bilder eines eindrucksvollen „inneren Films“. Z.B.: Er leckte an einem Eis und spürte die Kälte auf seiner Zuge, sah nach oben (Körperveränderung) und sah einen Ballon schweben, in den er sich hineinsetzte (und den Wind spürte), aber in der Gondel befand sich eine Torte, die er statt des Eises weiteraß, und als er herunterschaute, sah er ein brennendes Haus und bekam einen Schrecken. Er ließ sich hinabgleiten und löschte seinen Durst (denn er hatte selbst einen großen Brand bekommen), dabei stachen ihn Moskitos, und er blickte sich erschrocken um, da er einen Hirsch röhren hörte usw. Das Gehirn arbeitet in Bildern und diese hatte er noch mit Gefühlen und Körperreaktionen erweitert und somit einen eindeutigen „Kontext“ geschaffen. Er ließ den Film wieder von Anfang an in seiner Erinnerung ablaufen und übersetzte die einzelnen Elemente in Zahlen zurück.

 

... 385 476 552 449 724 739 534 375 662 198 473 997 551 219 375 662 198 473 997 551 219

 

375
662
198
473
997
551
551

 



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Homepage: www.synergetik.net

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Zuletzt aktualisiert am: 14-Jan-2003 14:07
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